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Stütze in schwerster Stunde

Die Notfallseelsorge gibt Halt, wenn das Leben plötzlich zerbricht.

Foto von Frau Kohne

Manchmal geraten Menschen in Situationen, die sie überfordern – sei es durch einen Unfall oder den plötzlichen Verlust eines geliebten Menschen. In solchen Momenten können Notfallseelsorger eine wichtige Stütze sein.

Kerstin Kohne erinnert sich genau an die Nacht im Dezember 2020, als ihr Mann Hans-Jürgen plötzlich starb. Sie wurde wach, sah Licht im Bad – dort lag er bewusstlos. Trotz Wiederbelebungsversuchen verstarb er wenig später. Inmitten von Schock und der Präsenz der Polizei nahm sie kaum wahr, dass ein Notfallseelsorger angekündigt wurde.

Pastor Thomas Wirp betrat ruhig den Raum. Er sprach wenig, war aber da. Diese stille Unterstützung half Kerstin Kohne, den ersten Schock zu überstehen. Besonders belastend für sie war, dass sie ihren Mann nicht mehr sehen durfte, während die Polizei ermittelte. „Ich war wie in einer Luftblase“, beschreibt sie ihr Gefühl.

Für Thomas Wirp steht im Mittelpunkt, den Menschen zuzuhören. „Sie müssen reden, nicht ich“, erklärt er. Auch wenn sich Erzählungen wiederholen, hilft das Verarbeiten der Ereignisse, um ein bleibendes Trauma zu verhindern. „Wir bleiben so lange, bis jemand aus Familie oder Freundeskreis da ist.“

Der Tod ihres Mannes beschäftigt Kerstin Kohne noch immer. Doch sie hat gelernt, über das Erlebte zu sprechen. Um anderen Trauernden eine Anlaufstelle zu bieten, gründete sie die Selbsthilfegruppe „Weitergehen – 1000 Schritte ins Leben“. Denn der Austausch kann Trost spenden – oft mehr als stille Engel im Regal.

Quelle und ausführlichen Artikel lesen: Website Freiwilligenagentur Norden